17.10.2005
Am Morgen lacht die Sonne. Es verspricht ein wunderschöner Tag zu werden. Aus dem Fenster unseres Hotelzimmers haben wir (fast) freie Sicht auf das Wasser des Golfs von Antalya. Die gegenüberliegende Küste und die Berge dort zeigen sich im Morgendunst.

Der Blick nach unten zeigt uns den Fahrstuhl zum Strand des Hotels und die noch menschenleere Sonnenterrasse. Dahinter das tiefblaue Wasser des Golfs von Antalya.
Der heutige Tag steht uns vollkommen zur freien Verfügung. Am späten Nachmittag um halb fünf soll uns ein Bus am Hotel abholen und zum Flugplatz bringen. So entschließen wir uns, Antalya ein wenig zu Fuß zu erkunden. Vom Dedeman-Hotel ist das Stadtzentrum erfreulicherweise in nur etwa 20 bis 30 Minutenzu Fuß zu erreichen. Wir machen uns zusammen mit einem anderen Ehepaar ganz gemütlich auf den Weg in Richtung Altstadt und Hafen. Wir kommen durch den sog. Vergnügungspark, schlenderten noch mal durch einen Bazar, hier in der Art eines Wochenmarktes, aber wohl doch täglich geöffnet. Immer wieder sehen wir direkt am Wasser antike Ruinen, römische Torbögen, umrunden das große Fußballstadion und landen schließlich am Hafen.
In der Nähe des Hafens finde ich an einer Mauer diese Tafel mit einem wunderschönen Spruch. Hinter der Mauer befindet sich ein Garten mit Orangenbäumen und es gibt wunderschön blühende Ranken, deren Namen ich nicht kenne; vielleicht sind es die in dem Text genannten "fulyas". Ich habee den Eindruck, hier wirde ganz poetisch von ganau diesem Garten erzählt, von der Schönheit Antalyas sowieso.
Unweit an einer Straßenecke trägt eine Bananenstaude Früchte während gleich daneben eine lebensgroße Figur vom Balkon eines Hotels auf uns herabschaut.






Wir haben bei unserem Spaziergang durch Antalya kein bestimmtes Ziel im Auge. Trotz der begrenzten Zeit, wir müssen ja um halb fünf wieder am Hotel sein, ist es ein interessantes Erlebnis. Wir haben sicherlich wichtige Plätze nicht gesehen. Einen kleinen Eindruck von den Menschen gibt es auf jeden Fall. Immer wieder überrascht uns das oft ausgezeichnete Deutsch und die Offenheit mit der wir überall aufgenommen werden. Bei jeder Gelegenheit werden wir zu einem Glas Tee eingeladen und lernen viele interessante Leute kennen.
Irgendwo in der Altstadt dringt aus einem Laden Musik. Wir schauen hinein, das Angebot besteht aus orientalischen Gewürzen, Nüssen, Tee, Früchten. Und deneben sitzt jemand, singt und spielt dazu auf einem Saiteninstrument ähnlich einer Laute. Gleich werden wir hereingebeten und uns wird das Instrument als ein ganz besonderes erklärt, weil es aus besonderem Holz (Wacholder?) gefertigt sei und daher einen besonders guten Klang hätte. Wir bekommen natürlich einen Tee, diesmal einen gemischten Früchtetee, der uns so gut schmeckt, dass wir gleich eine größere Portion des Teepulvers für zuhause kaufen. Zum Abschied bekomme ich ein Kärtchen mit Foto, Webadresse und e-Mail: "Schreib mal, dann schreib ich auch wieder!"

Leider verstehe ich kein Türkisch. Seine Webseite, auf der viele Gedichte veröffentlicht sind, verstehe ich so, dass er Dichter oder Sänger mit eigenen Texten ist. Nur weiß ich jetzt nicht, ist er Dichter/Sänger und hat nebenbei einen Gewürzladen oder ist es umgekehrt.
Halb fünf, Koffer zum Bus, selbst einsteigen, Fahrt zum Flughafen, einchecken, Paßkontrolle, keine besonderen Vorkommnisse. Wir müssen fast zwei Stunden warten, bis wir endlich den Flieger zurück nach Deutschland besteigen können. Die Wartezeit wird uns recht lang, es gibt nicht ausreichend Sitzplätze, so bleibt uns nichts anders übrig als die kalte marmorne Umrandung einer großen mit Palmen bepflanzten Dekorationsinsel als Sitzplatz zu missbrauchen.
Abflug pünktlich nach Flugplan um 19:25 Uhr und um kurz nach 22 Uhr haben wir wieder deutschen Boden unter den Füßen. Und jetzt ist doch noch etwas passiert: Unser Koffer ist wohl aus dem Flugzeug gefallen, jedenfalls ist der Schalenkoffer auf einer Seite aufgeplatzt. Auf die Regulierung des Schadens warten wir noch.
Nachtrag (15.12.05): Hurra, der Kofferschaden wurde reguliert!
Wenn wir vor der Reise noch skeptisch waren, als es hieß "Reise zu Freunden", so sagen wir jetzt: "Wir waren bei Freunden, die uns als Freunde empfangen haben!"
Allaha ismarladik! Yakinda görüsmek üzere! (Auf Wiedersehen! Bis bald!)